Der Obstbaumschnitt
Noch bis Ende Februar dürfen Sie schneiden. Ab dem 1. März gilt die Schonzeit. Sie schützt brütende Tiere.
Der Februar ist Ihr Zeitfenster. Jetzt stärken Sie Pflanzen und lenken ihr Wachstum.
Aber: nicht radikal, sondern gezielt. Nicht hastig, sondern mit Maß.
Im Februar geht es vor allem um: Winterschnitt bei Obstbäumen und Sträuchern (noch vor dem Safttrieb), Kontrolle und Erneuerung von Winterschutz, Planung und erste Anzuchten im Haus.
Im Garten selbst sollten Sie den Boden noch möglichst in Ruhe lassen, solange er nass oder gefroren ist – um Bodenstruktur und Bodenleben zu schonen.
In unserer Region ist jetzt noch ein sehr guter Zeitpunkt für den Winterschnitt an Obstbäumen – aber nur an frostfreien, möglichst trockenen Tagen.
Ziel ist, die Krone zu lichten, Wassertriebe zu entfernen und die Bäume fit für die neue Saison zu machen, ohne sie zu stark zu schwächen.
Sie haben mit alten, lange ungeschnittenen Apfel- und Birnbäumen jetzt im Februar genau das richtige Thema – Kernobst verträgt den Winterschnitt gut, solange es nicht stark friert und das Holz trocken ist.
Bei solchen „verwilderten“ Kronen geht es zuerst darum, Licht und Luft hineinzubekommen (kreuzende, nach innen wachsende und stark nach oben schießende Äste raus), nicht darum, den Baum auf einmal „klein“ zu sägen – große Radikalschnitte macht man besser in Etappen über 2–3 Jahre.
An alten, lange ungeschnittenen Bäumen sollten Sie im Februar nur an frostfreien, trockenen Tagen arbeiten und eher schrittweise verjüngen. Zuerst kommen tote, kranke und sich stark kreuzende Äste raus, dann lichten Sie die Krone, statt sie radikal zu verkleinern – dicke Äste immer direkt am Astkragen schneiden, glatte Schnittflächen, nichts „stehen lassen“, was ausfransen kann.
Für alte Apfel- und Birnbäume brauchen Sie vor allem scharfes, sauberes Werkzeug – das ist wichtiger als jede „Spezialschere“.
Sie brauchen etwas für dünne Triebe, etwas für stärkere Äste und etwas für dicke Äste/Holz – plus sichere Leiter und Handschuhe.
Stellen Sie sich Ihren Apfel- oder Birnbaum wie einen umgedrehten Kerzenleuchter vor: ein stabiler Stamm, einige wenige starke „Arme“ (Leitäste), darauf verteilt das fruchttragende Holz.
Eine gute Krone ist innen hell, hat wenige, klar erkennbare Hauptäste, die schräg nach außen oben wachsen (nicht steil nach oben, nicht senkrecht nach unten). In der Mitte bleibt ein „Lichtschacht“ frei – dort entfernen Sie nach und nach alles, was senkrecht nach oben schießt (Wassertriebe), sich stark kreuzt oder nach innen wächst. So fördern Sie seitliche, eher waagerechte Triebe: Dort bildet sich später das meiste Obst.
Bei einem „Besen“ oben sind Sie ein Klassikerfall: jahrelang kaum geschnitten, viel Licht von oben – der Baum hat massenhaft steile Wassertriebe gebildet.
Sie arbeiten von grob nach fein. Erst entscheiden Sie, welche wenigen starken Äste künftig das „Gerüst“ bilden sollen, dann nehmen Sie Konkurrenz und Dickicht weg – aber in Etappen, nicht alles in einem Jahr.
So gehen Sie jetzt im Februar vor (an frostfreien, trockenen Tagen, maximal ein Drittel der Krone verändern):
Zuerst vom Boden aus schauen: Wo sitzen 3–5 stärkere Äste, die in einem halbwegs schönen Winkel schräg nach außen wachsen? Die bleiben als Leitäste. Direkt daneben stehende, ähnlich dicke, steil nach oben gehende Äste dürfen nach und nach weg – aber pro Jahr nur wenige dicke Schnitte, immer sauber direkt am Astkragen.
Oben im „Besen“ konzentrieren Sie sich dieses Jahr auf:
• Alle ganz steilen, dünnen Wassertriebe, die dicht beieinander nach oben schießen: nur jeden zweiten/dritten komplett entfernen, die übrigen können Sie auf seitliche, schräger wachsende Triebe ableiten (also auf einen Seitentrieb zurückschneiden).
• Alles, was nach innen zur Stammmitte wächst und sich stark kreuzt, kommt raus, sodass man wieder ein „Fenster“ Licht durch die Krone sieht.